architecture

Stadtfarm Leipzig

Wohnungsbau & Bestandsschutz - Das Urban-Farming-Wohnkonzept revitalisiert die ehemalige Maschinenfabrik Swiderski durch Urban Farming und vielfältige Nutzungen. Eine Markthalle zwischen den Fabrikhallen, zwei architektonische Anbauten und ein Gewächshaus auf der Dachfläche schaffen eine einzigartige Nutzungsmischung. Wohnungen, Läden, Gastronomie, Büros und Anbauflächen verteilen sich auf drei Geschosse. Der Entwurf nutzt adaptierbare Holzbausysteme und gezielte Öffnungen für großzügige Lichtverhältnisse und Raumeindrücke. Das Konzept fördert lokale Produktion und nachhaltige Architektur, indem es den historischen Bestand respektvoll integriert und für eine flexible Nutzung ertüchtigt.

Stadtfarm Leipzig

Lageplan

Die alte Maschinenfabrik liegt unmittelbar an einer S-Bahn-Haltestelle, was eine hervorragende Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr gewährleistet. Ein geplanter öffentlicher Platz vor dem Gebäude soll zum Verweilen einladen und als Treffpunkt dienen. Südlich der Stadtfarm entsteht ein neu geplanter Bauerngarten, der den Urban-Farming-Gedanken unterstützt und zur lokalen Nahrungsmittelproduktion beiträgt. Nördlich des Gebäudes befindet sich ein kleiner Parkplatz, der den Bewohnern zur Verfügung steht.

Konzept

Das Entwurfskonzept sieht vor, den Bestand der Fabrik dort, wo er nicht gut erhalten ist – insbesondere an der Süd Halle – durch moderne Glasanbauten zu ergänzen. Der beeindruckende Luftraum zwischen den beiden Hallen bleibt erhalten und wird durch das Anheben des Glasdachs noch großzügiger und eindrucksvoller gestaltet. Dieser Raum dient künftig als Markthalle und schafft eine lebendige Schnittstelle zwischen den Gebäuden. Das Dach wird zusätzlich ertüchtigt und als Dachfarm genutzt, um frische Produkte direkt vor Ort anzubauen und zu vermarkten.

Grundriss EG

Der Grundriss des Erdgeschosses ist darauf ausgelegt, die strikte Linearität der beiden Hallen aufzulockern und den Raum für die Öffentlichkeit attraktiv zu gestalten. Hier sind Gastronomiebetriebe und verschiedene Kleingewerbe untergebracht, die regionale Produkte anbieten. Am Eingang befindet sich eine gemeinschaftliche Bar, die als Treffpunkt für Bewohner und Besucher dient und den angrenzenden Platz belebt. Zudem gibt es im südlichen Gebäude Maisonettewohnungen, die von außen zugänglich sind. Das historische Pförtnergebäude wird als Ausstellungsfläche genutzt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Grundriss 1OG

Das erste Obergeschoss der Nordhalle bietet Platz für Büroflächen und kleinere Sozialwohnungen. Die Anordnung von Brücken und Vorsprüngen lockert die ursprüngliche Struktur weiter auf. Die bestehende Galerie wurde beibehalten, um Licht in die unteren Bereiche der Halle zu leiten. Darüber hinaus befinden sich hier Schulungsräume, in denen das Wissen über Urban Farming weitergegeben wird. In der südlichen Halle erstrecken sich die Maisonettewohnungen über die gesamte Fläche und bieten Wohnraum mit Blick auf den Garten und die Markthalle.

Isometrie

Die Isometrie verdeutlichen die vielfältigen Funktionen und Nutzungen im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss. In der östlichen Ansicht wird die Kombination aus altem Bestand, dessen markanter Turm ein Wahrzeichen Leipzigs ist, und dem neuen Anbau deutlich. Der hohe Glasanteil des Anbaus sorgt für viel Tageslicht im Inneren und unterstützt den Urban-Farming-Gedanken, indem er eine Verbindung von innen nach außen schafft.

Ansicht

Die südliche Ansicht zeigt die gewächshausartige Dachlandschaft, die auf das ursprüngliche Dach aufgesetzt wurde. Dieses wiederkehrende Element orientiert sich am Raster des historischen Bestands. Der alte Gebäudekomplex wird rechts und links von neuen Glasanbauten eingerahmt, wodurch ein harmonisches Zusammenspiel von Alt und Neu entsteht.

Modellfoto

Das Modellfoto zeigt einen Schnitt durch die beiden Hallen mit der Markthalle in der Mitte. Gut zu erkennen ist das Gewächshaus, das teilweise den Maisonettewohnungen zugeordnet ist. Ebenfalls sichtbar ist, wie das Licht durch Öffnungen in der Nordhalle bis ins Erdgeschoss gelangt und so eine freundliche Atmosphäre schafft.

Schnittperspektive

In der Schnittperspektive sticht die weitläufige Markthalle besonders hervor, durchzogen von Brücken, die die Nord- und Süd Halle miteinander verbinden. Dieser großzügige Raum lädt zum Flanieren ein und lässt die Grenze zwischen Außen und Innen nahtlos verschmelzen. Auch die Maisonettewohnungen, die sich vom Erdgeschoss bis hinauf zum Gewächshaus erstrecken, werden eindrucksvoll sichtbar.

Visualisierung

Die Visualisierung zeigt den Blick in die Markthalle vom Gewächshaus aus. Die Kombination aus dem historischen Bestand und den neuen Gewächshauselementen verstärkt den ohnehin beeindruckenden Luftraum zwischen den Hallen und macht ihn zu einem architektonischen Highlight.

3 Tafel Projektion

Die Dreitafelprojektion illustriert verschiedene Ansätze zum Umgang mit dem Bestand. Um in den Maisonettewohnungen ein modernes Wohnen zu ermöglichen, wurde die Süd Halle bis an den Bestand heran gedämmt, was zusätzlich mehr Wohnraum schafft. In der nördlichen Halle, die sich in einem besseren Zustand befindet, wurde eine Loggia eingerichtet, die Abstand zum bestehenden Mauerwerk wahrt, während die dämmende Schicht als Neubau dahinter gesetzt wird.

Visualisierung

Die Visualisierung der Nordhalle zeigt, wie das Licht aus dem Gewächshaus nun bis ins Erdgeschoss dringt. Eine weitere Besonderheit sind die Vertikal-Farming-Bereiche, die das Dach-Farming bis ins Erdgeschoss ausdehnen. Dies sorgt nicht nur für höheren Ertrag, sondern verdeutlicht den Besuchern die unmittelbare Nähe zur Produktion.

Tragwerk

Das bestehende Tragwerk der Nordhalle wird in das neue Konzept integriert und weiter genutzt, da es die historische Struktur des Gebäudes bewahrt und dessen industriellen Charakter unterstreicht. Allerdings erfordert die erhöhte Dachlast durch das aufgesetzte Gewächshaus eine Verstärkung und Ertüchtigung. In der stark beschädigten Süd Halle wird das ursprüngliche Tragwerk durch neue, tragende Wände aus Holz ersetzt.

Zeitung

Auch nach der Fertigstellung des Entwurfs setzt sich der rege Austausch zwischen uns, den Eigentümern der Maschinenfabrik und der Stadt Leipzig fort. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, das historische Gebäude vor weiterem Verfall zu bewahren und eine Nutzung zu finden, die den Vorgaben des Bebauungsplans entspricht. Im Zuge dieser Zusammenarbeit entstand ein Artikel in der Leipziger Volkszeitung (LVZ), der sich mit den Industriebauten in Leipzig und deren möglichen zukünftigen Nutzungen auseinandersetzt. Wenn Sie auf das Bild klicken, werden Sie zu einem Online-Artikel der LVZ weitergeleitet.

Pläne & Visualisierungen

  • Lageplan
    Lageplan
  • Grundriss EG
    Grundriss EG
  • Isometrie
    Isometrie
  • Modellfoto
    Modellfoto
  • Visualisierung
    Visualisierung
  • Visualisierung
    Visualisierung

Weitere Arbeiten